RADSPORT 29 Absage der 33. LVM Saarland Trofeo Angesichts der Corona Pandemie, hat der Vorstand des Fördervereins Saarland Trofeo beschlossen die 33. LVM Saarland Trofeo abzusagen. Die renommierte Junioren- Rundfahrt, die zum UCI-Nations Cup gehört sollte vom 11. bis 14 Juni stattfinden. ‘ Michael Clivot, Präsident des Fördervereins und Bürger- meister der Gemeinde Gersheim, betonte, dass der Schritt unter den gegebenen Umständen unvermeidlich gewesen sei und man mit der frühzeitigen Entscheidung allen Beteiligten Klarheit und Sicherheit geben wolle. Wichtige Gründe neben der zu erwartenden gesundheitli- chen Gefährdung von Sportlern, Zuschauern und Helfern sei zum jetzigen Zeitpunkt insbesondere der Umstand gewesen, dass eine geordnete Planung und Vorbereitung auf die Großveranstaltung nur unter erschwerten, nicht zu tolerierenden Bedingungen möglich sei. Zum anderen seien Helfer des DRK, die Beamten der Poli- zei und auch die Bediensteten der Genehmigungsbehör- den und der beteiligten Kommunen derzeit und auf nicht absehbare Zeit mit lebensrettenden Aufgaben betraut, für die volle Konzentration und Entscheidungsmöglichkeit gewährleistet sein müsse. Auch der wirtschaftliche Aspekt sei ein Grund. Zwar hätten genügend Unternehmen durch ihre Sponsoring-Zusage die wirtschaftliche Basis gelegt, doch sei auch hier nicht absehbar, wie sich die Situation in den nächsten Wochen und Monaten entwickle. So seien die Sicherung der Arbeitsplätze und das Erreichen von Unternehmenszielen denen der Unterstützung einer sportlichen Veranstaltung vorzuziehen. Hier wolle man als Förderverein auch ein Zeichen setzen, so Clivot. Damit verbunden sind auch die Übernachtungskontingen- te, die Beherbergungsbetriebe für den Veranstaltungs- zeitraum reserviert haben. Mit der frühen Entscheidung werde ermöglicht, den Verlust der Trofeo-Buchungen durch neue Gäste zu kompensieren. Dies sei bei einer späteren, eventuell kurzfristigen Absage, nicht mehr gewährleistet. Auch noch nicht zu bewerten ist die Situation des Sports zum vorgesehenen Trofeo-Zeitpunkt insgesamt. Derzeit laufen keine Wettbewerbe, Sportler können sich nur indi- viduell fit halten. So wäre eine so schwere Rundfahrt wie die der Trofeo auch aus sportlichen und gesundheitlichen Gründen für die noch jugendlichen Athleten ein Wagnis. Ob nationale Radsportverbände, beispielsweise Italien, Spanien, Frankreich, USA oder Japan, die in den letzten Jahren zu den Stammgästen der Trofeo gehörten, über- haupt Teams entsenden können, ist derzeit auch nicht abzusehen. „Diese vielen Gründe haben mich zu dem sehr betrübli- chen Entschluss kommen lassen“, so Clivot, der um Ver- ständnis für diese Maßnahme bat. Sie ist einmalig in der 34-jährigen Geschichte der Trofeo. Er kündigte an, dass man sich beim Weltradsportverband UCI für das kommende Jahr wieder um eine viertägige Rundfahrt innerhalb des Junioren-Nations -Cup von Don- nerstag, 10. bis Sonntag, 13. Juni 2021 bewerben werde. ‘ 2 | 2020 Ein Schulkind in den neuen Klassenräumen der „BIKE AID School Saarland" schen den Fahrern Spalier stehen. Aber es weiß fast keiner, dass es genau das überall auf der Welt gibt. Gerade auch in Ländern, die eigentlich gar keine Radsportkultur haben“, erläutert Schnapka und nennt China oder Algerien als wei- tere Beispiele. Es ist ein Ausmaß an Euphorie und Begeiste- rung, das er gerne auch in Deutschland in ähnlicher Form erleben würde. Doch das scheint aktuell weit entfernt: „Der Radsport in Deutschland ist im Prinzip bei Jan Ullrich stehen- geblieben“, findet Schnapka. Die Dopingvergangenheit im Radsport, die auch dem einzigen deutschen Tour-Sieger anlastet, hänge immer noch nach. Es gebe hierzulande zwar auch gute Entwicklungen, etwa das Comeback der Deutschland Tour. Dennoch habe der Radsport hier noch längst nicht wieder jenen Stellenwert, den er vor Jahren bereits mal hatte, so Schnapka – zumindest, was den Profi- bereich betrifft. Denn in breitensportlicher Hinsicht ist gerade die große Bike-Aid-Familie das beste Beispiel, dass die Faszination grundsätzlich noch da ist. Mit rund 1200 Mitgliedern, Spen- dern und Sponsoren ist Bike Aid einer der größten Rad- sportvereine Deutschlands. Und einer, der weg vom klassi- schen Vereinsdenken neue Wege geht, mehr in Richtung einer Community, wie Schnapka erklärt: „Wir definieren uns zuallererst über die drei Säulen Breitensport, Spitzensport und soziales Engagement. Insgesamt haben wir so einen konstant guten Mitgliederzuwachs, der für einen Radsport- verein sicher nicht selbstverständlich ist. Andererseits ist es eine Entwicklung, die vielleicht auch anderen Mut macht.“ Und das auch in schwierigen Zeiten, wie sie durch Corona irgendwo jeder gerade durchmacht. Wie er eingangs betont hat, sieht auch Schnapka diese Problematik. Andererseits aber auch eine Chance: „So dramatisch die Corona-Krise ist, so hat sie doch eines geschafft: Sie hat unsere überhitzte, sich immer schneller drehende Welt angehalten. Damit bie- tet sich uns auch die Möglichkeit zur Reflexion und Neuaus- richtung.“ Eine Neuausrichtung, die dann vielleicht weniger rigoros nur in Gewinner und Verlierer unterteilen sollte. l